Soll ich an der Hochschule Furtwangen studieren?

August 23, 2016

Diesen Titel habe ich gewählt, damit vielleicht der ein oder andere Furtwangen-Interessent diesen Artikel findet. Ich würde mich freuen wenn ich jemandem bei seiner Entscheidung helfen kann.

Für mich persönlich war das Studium in Furtwangen sehr bereichernd, sowohl fachlich alsauch menschlich. Ich kann aber verstehen, warum es manchen nicht gefällt.

Negativ:
Ja Furtwangen ist ein Dorf. Es sind unter zehn Tausend Einwohner, man kennt irgendwann gefühlt jeden. Auf der anderen Seite hat Furtwangen Lidl, Aldi, zwei Edeka, Rewe und ca. So viele Dönerbuden wie Einwohner. Es gibt zwar drei Restaurants, die sind aber alle nicht so  besonders. Es gibt also entweder Döner, Mensa, oder man kocht selbst.

Die Anbindung mit Öffentlichen Verkehrsmitteln ist sehr schlecht. Nach Stuttgart braucht man mit den Öffentlichen gerne mal drei Stunden und zahlt dafür dreißig Euro. Als Lösung dafür git es Fahrgemeinschaften und eine Mitfahrzentrale. Einfach bei Facebook oder Blabla-Car suchen. Dies funktioniert meistens, aber nicht immer. So kommt man für ca. 8€ in 2 Stunden nach Stuttgart.

Positiv:
Die Hochschule-Furtwangen-University ist gut ausgestattet, die Professoren sind großteils kompetent. Und es gibt ein paar exzellente Professoren. Ich spreche hier vor allem für die Fakultät Digitale Medien.

Die Vorlesungen sind oft klein, vorallem in den höheren Semestern. Der Professor hat damit die möglichkeit auf jeden einzelenen Student einzugehen und tut dies zu meist auch. Ich glaube viel intensiver kann eine Vorlesung kaum werden, zumindest bei einigen Professoren.

Es gibt viele Internationals und gute Möglichkeiten ins Ausland zu gehen. Das International-Center veranstaltet nahezu jedes Wochenende Trips mit den Internationals, bei welchen die Einheimischen natürlich auch mit dürfen. Noch besser ist es natürlich wenn man sich als Buddy für einen International-Student registriert. So seltsam das auch klingt, fremde Kulturen kennenlernen und Englisch praktizieren, dazu hat man die besten Bedingungen in Furtwangen.

Die Hochschule veranstaltet immer wieder Parties und Events zu denen meist fast ganz Furtwangen geht. Das Studenten engargieren sich dafür Furtwangen lebendig zu halten.

Dadurch, dass Furtwangen so klein ist, sieht man die meisten Leute öfters. Dadurch ist es sehr viel einfacher Freundschaften und auch vor allem gute Freundschaften zu knüpfen. Hier gibt es keine anonymen Vorlesungen und die meisten Leute hat man schon bei ein oder zwei Parties zuvor gesehen.

Weil hier ohne die Studenten nichts geboten ist, gibt es in Furtwangen sehr viele Events und Aktivitäten, die von den Studenten angeboten und organisiert werden. Es gibt allerlei Sportteams, Musik- und Tanz-Gruppen, ein Chor, bis hin zu E-Sport und Pen & Paper.

Die Hochschule Furtwangen ist sehr praktisch eingestellt. Es wird in den Vorlesungen fast immer Praxis vermittelt, es gibt extrem viele und große Projekte. Ich mag diesen Ansatz, bei dem die Theorie stehts der Praxis dient und manchmal tolle Projekte entstehen.

Fazit:
Die positiven Merkmale von Furtwangen überwiegen die negativen um ein vielfaches. Die Essenz ist: Wenn man ein paar Tausend Studenten in ein Tal ohne anständige Anbindung an das Öffentliche Verkehrsnetz einsperrt, dann entsteht etwas sehr lebendiges. Man muss sich aber darum Kümmern etwas aus seiner Zeit zu machen. Es passiert vielen, dass sie in ihrem Zimmer sitzen und sagen Furtwangen sei Langweilig. Gleichzeit gibt es aber ein Duzent Aktivitäten und warscheinlich sechs Parties. (In allen Stockwerken des ASK)

Was ich in Furtwangen gemacht habe:
Ich habe den Chor besucht, das Standarttanz-Referat, war manchmal bei den Anime-Leuten, habe mich mit den Internationals beim „Stammtisch“ getroffen und ich wollte immer mal zum Zumba, all das Wöchentlich. Außerdem gab es im Schnitt so alle drei Tage ein Party in Meinem Wohnheim, einfach die Treppe runter und dann rechts.

Weil ich im Wohnheim gewohnt habe, habe ich extrem viel mit den International-Students geredet und dadurch mein Englisch sehr verbessert. Außerdem sind die Internationals sehr gesellige Zeitegnossen.

Ich habe im ASK gewohnt, das würde ich jedem Empfehlen, der Leben in der Bude haben möchte und kein Problem mit einer gemeinsamen Küche und Bad hat. Hier hat man einfach am meisten Kontakt mit den Internationals und es ist wirklich immer etwas los. Im GHB hingegen sind die meisten eher isoliert, die kommen dann Abends ins ASK um etwas zu erleben.

Am Wochenende habe ich hin und wieder an einer Veranstaltung des International-Centers teilgenommen. Z.B. war ich bei einem Brettspieleabend, einmal im Restaurant und einmal in der Oper, all das zusammen mit Menschen aus ca. 10 Ländern. Ein Semester lang hatte ich auch einen Buddy aus China. Wegen der schlechten gastronomischen Situation in Furtwangen habe ich kochen gelernt und habe dazu noch meine Erährung auf gesund umgestellt. Ich habe Sport angefangen: Ich gehe Laufen, das ist wunderbar möglich in Furtwangen, es gibt auch eine Laufgruppe, und unten im Keller des Wohnheimes gibt es einen Trainingsraum mit Geräten. Dazu kommen die Vorlesungen und das Lernen für die Hochschule. Außerdem steht meist sehr viel Projektarbeit auf der Agenda und dazu kommen noch die eigenen Projekte. Ein kleiner Spaziergang im Schwarzwald sorgt für ein bisschen Ruhe. So bekommt man die Woche schon voll.

Wer euch erzählt es sei langweilig in Furtwangen, der ist nur zu faul etwas zu unternehmen.

 

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